Arbeitsplatz 2.0

Die Arbeitswelt, sprich wie wir arbeiten, verändert sich unaufhaltsam. Ein Treiber ist die Digitalisierung. Sie ist gerade dabei unser wirtschaftliches und auch unser gesellschaftliches Gefüge zu verändern. Und dazu liefert sie uns auch gleich die nötigen Freiräume und Unabhängigkeiten.

Was das für zukünftige Bürokonzepte bedeutet? Bernhard Kern, CEO Roomware Consulting, gibt Antworten.

 

 

Herr Kern, was bedeutet für Sie „neues Arbeiten“?

Dass es den „9 – 17 Uhr“-Job am eigenen Schreibtisch in Zukunft immer weniger geben wird – bis auf wenige klassische Bereiche. Das ist ein Relikt aus dem Industriezeitalter. Heute wollen immer mehr Menschen flexibel arbeiten. Das heißt, zu Zeiten, die in ihren Alltag passen – und sie wollen mobil arbeiten. Dafür bieten zukünftige Büros den Mitarbeitern differenzierte, wechselnde Arbeitsumgebungen – zunehmend auch abseits des traditionellen Schreibtischdenkens.

 

Wird das Büro, der Schreibtisch obsolet?

Das Büro nicht, der klassische Schreibtisch verliert aber an Bedeutung. Man muss sich eines bewusst sein: Je digitaler der Mensch arbeitet, desto wichtiger der Austausch. Also ein „Home-Office“ an jedem Tag ist à la long nicht zielführend. Das zeigen auch die jüngsten Entwicklungen. IBM und Yahoo zum Beispiel locken ihre Mitarbeiter mit komfortablen zeitgeistigen Kommunikationsplätzen wieder zurück ins Büro. Denn Innovation braucht den Austausch, die Diskussion, das „Socialising“, sprich die „Kontaktpflege“ – genau diese nimmt in größeren Unternehmen wieder zu. <s>die soziale Reibung</s>. Das so wichtige „Wir-Gefühl“ wird wieder entwickelt, die emotionale Bindung sowie die Resilienz des gesamten Unternehmens gesteigert. Es gibt aber auch Gegenentwicklungen: Der Webdienstleister Wordpress hat sein physisches Büro in San Francisco aufgelassen, da das Gros der mittlerweile 673 Mitarbeiter ohnehin nicht ins Büro kommt. Persönlich finde ich diesen Radikalismus bedenklich.

 

Bleibt das Büro auch zukünftig Kernarbeitsplatz?

Ja. Und unsere Aufgabe ist es, diesen so zu gestalten, dass sich Arbeitnehmer so wohl wie möglich fühlen und so effizient wie möglich arbeiten können. „Activity Based Working“ nennen wir den räumlichen Rahmen, der diese Voraussetzungen schafft. Das ist vielen Unternehmen mittlerweile sehr wichtig.

 

Was genau bedeutet „Activity Based Working“?

Kurz umschrieben: Weg vom klassischen Schreibtischdenken oder besser gesagt Schreibtischsitzen hin zum „Bürodenken“. In der Praxis heißt das: Der Mitarbeiter hat keinen fix zugeordneten Schreibtisch, sondern wählt seinen Arbeitsplatz nach seiner aktuellen Arbeitsanforderung und seinem Raumbedürfnis. Es macht einen großen Unterschied, ob man in ausgewählter Gruppe projektbezogen diskutiert bzw. arbeitet oder ob man ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen führen will. Die Möglichkeiten dahingehend Arbeitsplätze zu gestalten sind mannigfaltig.

Entscheidend fürs Gelingen des „Activity Based Working“ ist allerdings, dass man sich im Vorhinein die Frage stellt, ob diese Art des „neue Arbeiten“ zur Unternehmensphilosophie bzw. -kultur passt.

 

Lesen Sie mehr zur Bürogestaltung hier:

www.roomware-consulting.com/kompetenzen/

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